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Forschung & Entwicklung in Zeiten der Digitalisierung

von Hans Betz (Interim Manager)

, von Hans Betz (Interim Manager)

Die digitale Transformation krempelt eine Industrie nach der anderen um. Kaum eine Branche oder Position, die von der Digitalisierung bzw. ihren Folgen verschont wird. Das hat auch Aus­wir­kungen auf Interim Manage­ment. Wir sprechen mit Interim Manager Hans Betz über die Folgen der Digita­lisie­rung für die Segmente Forschung & Entwicklung (F&E) und Produkt­management.

Hans Betz blickt auf langjährige Erfahrung im Bereich F&E, Fertigung, Strategie- und Organi­sations­entwick­lung zurück, davon 8 Jahre Ingenieurs­erfahrung in den Bereichen Maschi­nen­bau, Elektronik und Software­entwicklung. Er war 5 Jahre in den USA tätig und ist Experte im F&E-Manage­ment von weltweit verteilten Teams.
 

"Produkte der Automotiv-Branche sind nicht mehr evolutionär, sondern revolutionär."

Beeinflusst die Digitalisierung die An­for­de­rungen und Arbeits­weise eines Interim Managers im Bereich F&E/ Produkt­management?

Die Digitalisierung beeinflusst die Arbeitsweise erheblich. Im Produkt­manage­ment sind „alte Sicher­heiten“ hinsichtlich der Akzeptanz durch den Kunden bzw. den Markt aufgrund neuer Wert­ange­bote nicht mehr im gleichen Maße vor­han­den. Daher müssen andere Methoden der Absiche­rung angewendet werden. Hier ist es insbe­sondere wichtig, Produk­tideen mit wenig Aufwand zu testen und zeitnah umzusetzen.

Inwieweit stellt die im Umbruch befindliche Automotiv-Branche (Stichworte eMobilität, autonomes Fahren) Interim Manager im Bereich F&E und Produkt­manage­ment vor neue Heraus­forderungen?

Glühbirne

Die Ver­ände­rung der Branche stellt ganz neue Heraus­forderungen an das Produkt­manage­ment. Produkte der Automotiv-Branche sind nicht mehr evolutionär, sondern revolutionär. Damit verbunden ist eine Unsicher­heit hin­sichtlich der Akzep­tanz neuer Produkte durch den Kunden. Daher müssen neue Vorgehens­weisen im Produkt­management ange­wendet werden. So kann man testen, welche Erwar­tungen und Bedarfe am Markt vorhanden sind. Der Interim Manager muss diese Methoden und Prozesse beherrschen.

Im Bereich F&E werden durch Verände­rungen und neue Entwick­lungen bei KI oder Analysen großer Daten­mengen benötigt. Historisch sind diese Entwick­lungen im Automotiv-Umfeld weniger stark ausgeprägt. Der Interim Manager muss in der Lage sein, diese Verän­derung zu durch­denken und erfolgreich umzusetzen.

"Ich sehe die größte Veränderung im Maschinenbau."

In welchen der Industrien Maschinenbau, Mechatronik und Medizin­technik sehen Sie aus F&E-Sicht die größten Umbrüche und Entwick­lungen innerhalb der letzten 5 Jahre? Was bedeutet das für Interim Manager in dem jeweiligen Segment?

Ich sehe die größte Veränderung im Maschi­nen­bau. Ein Interim Manager aus dem klassischen Maschi­nen­bau muss sich selbst intensiv in Elek­tronik und Software-Entwick­lung weiter­bilden und die einschlä­gigen IT-Lösungen für die interne und externe Digitalisierung kennen. Darüber hinaus muss er das Kompetenz­profil beim Kunden zu analysieren und ein Zielprofil aufzustellen können, das der starken Verän­derung in den Bereichen IT und Software-Entwicklung gerecht wird.

Inwieweit beeinflusst die Digitale Transformation die Disziplin Change Management?

Digitale Transformation

Die digitale Trans­forma­tion macht die Disziplin Change Manage­ment zu einem ent­scheidenden Erfolgs­faktor. Der mit der digi­talen Transfor­mation verbundene Wandel ist tiefgrei­fend und für etliche Rollen und Fäh­ig­keiten im Unter­nehmen disruptiv. Deshalb müssen die Organi­sation und insbe­sondere die betroffenen Menschen mit umfassenden Change Manage­ment-Ansätzen sicher durch die Verän­derung geführt werden. Die digitale Transfor­mation legt fest, wohin sich die Organi­sation verändert. Change Manage­ment beschreibt, wie diese Verän­derung zu erfolgen hat.

"Die digitale Transformation macht die Disziplin Change Management zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor."

Was macht generell einen guten F&E-Interim Manager aus Ihrer Sicht aus?

  1. Schnelle Auffassungsgabe, um die Situation im Verantwortungsbereich in kurzer Zeit richtig zu verstehen;
  2. Wertschätzung für etablierte Vorgehensweisen und die involvierten Menschen;
  3. Die Fähigkeit, Organisationen und Menschen durch Veränderungen zu führen.

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